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Die letzte Etappe der unglaublichen Reise ist angebrochen.

8. etappe_uwe mewes

Eine beeindruckende 4.000-Kilometer-Solo-Tour liegt fast hinter Uwe Mewes, der sich zu seinem 70. Geburtstag diesen großen Lebenstraum erfüllt.

Mit dieser sportlichen Extremtour setzt er bis zum letzten Meter ein starkes Zeichen für den guten Zweck. Er unterstützt unser Hospizzentrum mit einer beachtlichen Spendensumme, die er direkt an seine gefahrene Distanz koppelt.

Für dieses tief berührende Engagement und den großartigen persönlichen Einsatz können wir uns gar nicht genug bedanken. Wir begleiten ihn in Gedanken auf den finalen Kilometern zum Ziel.

Für diesen letzten, emotionalen Abschnitt wünschen wir ihm nur das Beste, kräftigen Rückenwind und stets sichere Straßen.

Wenn Sie Uwes grandioses Engagement für unser Haus zum Finale mit einer Spende begleiten möchten, finden Sie alle Informationen direkt auf unserer Infoseite: https://www.hospiz-velbert.de/live/So-helfen-Sie/helfen.aspx

Begleiten Sie Uwe auf seinem allerletzten Abschnitt. Unter hospiz-velbert.de gelangen Sie direkt zu seinem aktuellen Bericht und den Bildern vom großen Ziel.

"Dann geht es weiter in Richtung Alta. Den Fjord überblickt ein kleines Leuchttürmchen. Dann wurde es abenteuerlich. Auf der Umfahrung des Melsvik Tunnels was auf einem Mal die Straße weg. Mittels Erdrutsch richtig weggesackt, so dass man in einen Abgrund blickt. Es gab dann zwei enge und holperige Waldwege zur Umgehung des "Lochs" davon habe ich den niedrigen genommen, der dicht am Abhang entlang führte. Ein Fehltritt..... nun ich habe das geschafft. Danach war dann zur Belohnung ein Schokoriegel fällig. Die kaufe ich dann meistens bei einem Supermarkt, an dem ich vorbeikomme. Ein coop Markt hatte sogar einen Hundeparkplatz, allerdings nur auf Dackelgröße geeicht. Und immer wieder schöne Ausblicke auf Fjorde und Berge. Dann wieder ein nettes Kirchlein in Kåfjord, einer Bergbau-Stadt, hier wurde früher Kupfer abgebaut. Dann in Alta die zweite moderne Eismeerkathedrale (den Schornstein Gottes habe ich die genannt) war leider geschlossen. Dann ein Hochplateau mit einem blauen Himmel und interessanten Wolken, die mir einen starken Wind bescherten. Gemeinsam mit dem Luftsog, den LKW's hinter sich her ziehen, ist das für Radfahrer schon echt gefährlich. Wie ich hörte, sind mehrere Radfahrer den Abhang hinunter geweht worden. Ich zum Glück nicht, bei mir ist lediglich der Keilriemen abgesprungen. Der hat die Funktion der Kette, ist nur halt wartungsfreier und haltbarer, hat aber auch eine höhere Spannung. Um ihn wieder draufzubekommen, musste ich das ganze Gepäck abladen und habe dann eine halbe Stunde gebraucht, bis er wieder seine Arbeit aufnahm. Das war bei dem starken Wind und Verkehrslärm schon etwas stressig, hat aber geklappt. Dann habe ich auch öfter mal Tiere zu Gesicht bekommen. Die Schafe schliefen am Straßenrand, ließen sich durch Autolärm nicht stören, aber wenn dann ein Radfahrer sich auf leisen Sohlen nähert, da werden sie wach. Ich bin denen wohl etwas unheimlich. Die Rentiere haben da hanz andere Gewohnheiten. Die sind sehr spontan. Die überqueren seelenruhig die Straße, wie um Autofahrer zu ärgern oder ganz fotogen stehen zu bleiben. Oder ihnen fällt ein, dass das Moos auf der anderen Seite doch leckerer war, und kehren einfach um. Vor mir trabten sie eine Zeitlang auf dem Radweg her, bis sie - natürlich spontan - auf die Straße liefen. Der berühmt-berüchtigte Nordkap-Tunnel von 7 Kilometern Länge war eigentlich halb so schlimm. Die Straße war gut und es herrschte kaum Verkehr. Ich konnte bergab schön schnell laufen lassen, dann schaltete ich unten in der Talsohle den Motor dazu. Als es dann merklich steiler bergauf ging im Tunnel habe ich die Motorleistung auf 80% hoch gedreht. Fadurch bin ich relativ angenehm und ohne zu japsen aus dem Tunnel herausgekommen. Dann ging es in das kleine Hafenstädtchen Honningsvåg, in dem ich mich auf Anhieb wohl gefühlt habe. Ein kleines familiäres Hotel, von Deutschen geführt, viele Andenkenläden, für die Touristen zum einkaufen und ein gemütliches Pub, zum nette Leute treffen, Dart spielen und - Bierchen trinken - was im Kellergeschoss frisch gebraut wird. Davon bekommen die Touristen meistens nichts mit, die wdrden dann in Bussen zum Nordkap gefahren. Ich habe das natürlich auf meinem Rad absolviert, wo ich dann bei vielen Ausblicken zwischendurch anhalten konnte. Dann füllten sich die Fjorde interessanterweise langsam mit Nebel, der ca. 2 Kilometer vor dem Kap auch die Straße erreichte und sich wie ein nasses Tuch um mich legte. Umkehren? Nein, das kurze Stück konnte ich im Blindflug hinbekommen. Gefragt - getan; zur Weltkugel bitte links herum. Nach dem Sauwetter-Zielfoto musste ich mich erst einmsl aufwärmen, Was essen, trinken, trocknen. Dann kamen immer mehr Touristenbusse an, und ich bemerkte von drinnen schauend, wie die Leute da draußen irgendwie komisch gingen, als ob sie sich gegen den Wind stemmten. Das war dann leicht untertrieben, denn der Wind entwickelte sich unterdessen zu einem handfesten Sturm mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Da ist man froh, wenn wan selbst nicht weggeweht wird. Nun, ich habe ja mein Ziel erreicht, nach 3.916 Kilometern. Also habe ich meinem Rad und mir ein Taxi bis zum Campingplatz gegönnt um sicher dort anzukommen. Der Sturm jedenfalls wütete noch die ganze Nacht hindurch. Die Hütte, in der ich geschlafen hatte, knarzte und ächzte im gsnzen Gebälk. Nun ist das Abenteuer vorbei aber zum Feiern ist mir noch nicht so recht zumute. Das werde ich nachholen, wenn ich in Tromsø meine liebe Frau in die Arme schließen werde, die mir dorthin per Flugzeug nachgereist kommt. Es ist aber ein besonders schönes Gefühl, zu wissen dass ganz viele Leute meine Reise verfolgt haben, Anteil an meinem Schicksal nehmen und so fühlte ich mich jederzeit geborgen und getragen. Hierfür danke ich allen ganz ganz herzlich. Und werde für jeden gefahrenen Kilometer je einen Euro an das Hospiz spenden. Es würde mich freuen wenn diese Summe mit Hilfe vieler Leute weiter in die Höhe wachsen würde.

Herzliche Grüße von Uwe Mewes " 



© www.hospiz-velbert.de   Donnerstag, 16. Juli 2026 00:00 hospiz-jw
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