
Es ist nun die achte und vorletzte Etappe auf dieser unglaublichen Reise angekommen.
Sieben Etappen und unzählige Kilometer liegen bereits hinter Uwe, der sich zu seinem siebzigsten Geburtstag einen ganz großen Lebenstraum erfüllt und mit dem E-Bike alleine auf dem Weg zum norwegischen Nordkap ist.
Mit dieser beeindruckenden Tour setzt er bis zum Schluss ein starkes Zeichen für die Menschen in unser Hospiz Velbert.
Uwe unterstützt unser Hospizzentrum mit einer beachtlichen Spendensumme, die er direkt an seine gefahrene Distanz koppelt. t
Für dieses tief berührende Engagement und den großartigen persönlichen Einsatz können wir uns gar nicht genug bei Uwe bedanken.
Wir begleiten ihn fest in Gedanken auf diesem vorletzten Abschnitt und wünschen ihm für die anstehende achte Etappe nur das Beste, kräftigen Rückenwind und stets sichere Straßen.
Wenn Sie Uwes wunderbaren Einsatz für unser Haus beim großen Endspurt unterstützen möchten, finden Sie alle Informationen direkt auf: https://www.hospiz-velbert.de/live/So-helfen-Sie/helfen.aspx
Begleiten Sie Uwe auf seinem nächsten Abschnitt: Zu seinem aktuellen Bericht und den neuesten Bildern von der Strecke.
"Nun folgt der weitere Reiseverlauf ab Harstad. Von dort ging es gemächlich mit dem Hurtigruten Schiff nach Finnsnes. Immerhin drei Stunden, um die ich abends natürlich auch später ankam. Aber das war es mir wert. Denn die andere Fähre von Andenes, welche ich mir ursprünglich ausgeguckt hatte, fährt bei Sturm nicht, wie ich von anderen Radfahrern hörte. Viele deutsche Laute um mich herum auf dem Schiff, aber irgendwie war mir nicht nach Unterhaltung. Eine ganz andere Welt dort. Und die Leute würden mich eh nur verständnislos anschauen. Dann gab es noch eine kleine Fähre, bei der ich mir die Wartezeit mit einem leckeren Fish and Chips vertrieben habe. Ich brauchte ja Energie für die kommenden Berge, die dann doch nicht so schlimm waren wie befürchtet. Sowas habe ich mehrmals erfahren und bin unendlich dankbar, dass ich von unsichtbarer Macht getragen werde - vielleicht von Euch allen. Und nach einem Regentag folgte immer wieder Sonnenschein. Die Stadt Tromsø hat sich stark entwickelt, nicht zuletzt durch den Tourismus. Auf dem Flughafen landen Maschinen aus allen Teilen Europas, Deutschland, Frankreich, Italien etc. Und, wenn man dort im Café sitzt und ein leckeres Smørebrød mit Krabben isst, hört man vom Hafen das vertraute Tuten des Hurtigruten Schiffes. Eine Stadt mit Flair, die mir sofort vertraut ist. Konzerte in den beiden großen Kirchen. In die Domkirche flüchtete ich mich vor ein paar Regentropfen, und huch: dort fand ich mich in einem Orgelkonzert wieder. Die Kantorin spielte Pachelbel & Grieg. Spenden konnte man dort auch mit Kreditkarte, was mir anders auch nicht möglich war. Freundliche und weltoffene Leute, die auch mal ausgelassen feiern, wie ich es auf dem Country-Musik-Festival erlebte. Mein Tromsø-Ruhe-Wasch-Sightseeing-Tag verging im Fluge, obwohl ich ohne Programm einfach mich treiben ließ. Dann noch ein Bierchen in den Ølhallen, der bekanntesten Bierkneipe - quasi das Hofbräuhaus des Nordens. Allein 19 verschiedene Biere vom Fass, das ist schon verführerisch...Nach Tromsø war ich froh, wieder in die Natur hinein zu fahren, und sei es auch im Regen. Der hörte sowieso nach einer Fährfahrt auf - andere Insel - anderes Wetter. An der Fähre Svensby stärkte ich mich im "Café Zapffe" mit einem frisch gebackenen Apfel-Muffin. Der Café-Chef ist Deutscher und fragte mich sofort:"wie willst 'n du deinen Kaffee haben? Ja - ertappt als Deutscher.... aber urgemütlich wars. Dann aber 113 Kilometer und ein steiler Berg, der dann wieder nicht so schlimm war. Aber es hilft meiner Fitness enorm, wenn ich neben dem Motor viel selber mit-trete.Dann fand ich mich im Reisafjord Hotel wieder, einem kleinen privat geführten Hotel, es ist der Charme aus älterer Zeit und die Herzlichkeit der Mitarbeiter, was mir in solchen Betrieben so gefällt. Dort habe ich mich abends mit einem älteren Motorradfahrer aus Ko stanz nett unterhalten, der eine (auch etwas ältere) Maschine mit Beiwagen fuhr. Er lachte viel und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ab dort fahre ich mit zwei Norwegen-Fähnchen weiter. Obwohl Norwegen beim Fußball verloren hatte.... ich schaue sowieso kein Fernsehen, denn ich habe meinen Film tagsüber, wenn ich immer wieder staunend durch die atemberaubende Landschaft fahre. An manchen Vorgärten muss ich einfach anhalten und anschauen, wie luebevoll / humorvoll sie gestaltet werden. Nun liegen immer öfter Schafe schlafend am Straßenrand. Durch Autolärm lassen die sich gar nicht stören, aber wenn ich mich zum Fotografieren anschleiche, werden sie wach und rennen davon. Dann in Richtung Burfjord ging es zum ersten Mal über eine Hochebene, das Kvænangsfjwllet 400 m hoch. Dort waren noch Schneefelder und es wehte ein eisiger Wind, aber ich hatte eine super Aussicht auf den Fjord. Dann war ich in Burfjord wieder auf einem Campingplatz, aber in einer geräumigen Ferienhütte mit 4 Schlafzimmern (ich in einem davon) und einem großen Wohn-Essbereich und Blick auf den Fjord. Abends fiel dann eine Horde Italiener ein, da war es vorbei mit dem "geräumig" aber wir haben uns super verstanden. Die haben natürlich gekocht und getafelt, und ich musste dann notgedrungen mitessen. Es ist halt die laut-fröglixhe italienische Lebensart, die mir von meinen Freunden in Triest wohlbekannt ist."