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2. Etappe von der Tour zum Nordkap- Tschüss Dänemark.

2.etappe_uwe mewes
 

Die zweite Etappe ist geschafft und Dänemark glücklich durchfahren!

 

Uwe Mewes radelt derzeit allein rund 4.000 Kilometer mit dem E-Bike zum norwegischen Nordkap. Dieses Abenteuer verbindet er mit einer echten Herzenssache: Er sammelt Spenden für unser Hospiz- und Palliativzentrum Niederberg in Velbert. 

Wir freuen uns sehr über dieses großartige Engagement und wünschen Uwe weiterhin von Herzen eine gute Fahrt! 


Unterstützen Sie seine Reise für den guten Zweck mit einer Spende: https://www.hospiz-velbert.de/live/So-helfen-Sie/helfen.aspx

Lesen Sie nachfolgend selbst, was Uwe auf diesem Abschnitt erlebt hat:

 

"Es ist wirklich erstaunlich, wer in Dänemark alles Deutsch spricht. Wenig, aber gut. In der Regel spreche ich jeden auf Englisch an, wo ich bisher immer sympathische Antworten bekam.

Mein Hinterteil hat sich wacker gehalten, es hat sich womöglich eine Hornhaut an den kritischen Stellen gebildet. Und die Fahrweise in Dänemark ist durchweg leicht & angenehm mit sehr langen und flachen Anstiegen. Ich hatte allerdings schon zwei Berge zu bewältigen, 83 und 117 Meter hoch. Für Dänemark recht viel, aber für mich als Mont Ventoux-Bezwinger (1.912 m) eher eine leichtere Übung.

Ich fahre jetzt größtenteils auf dem Haerevejen, einem alten dänischen Handelsweg, der sich von Süd nach Nord durchs gesamte Land zieht, und auch der "Ochsenweg" genannt wird, nach den damaligen Beförderungsmitteln. Ich finde es beruhigend, dass meine komoot-Navigation zumeist auf diese erprobten und gut ausgeschilderten Wege zurück greift. Man braucht nicht sooft auf das Handy zu schauen. Aber es kommt gelegentlich vor, dass ich eine Ausfahrt verpasse, weil die Straße so schön bergab geht..... Immerhin habe ich eine Feldweg-Abkürzung bewusst verpasst, weil ich keine Lust auf einen sandig-matschigen Feldweg hatte. Also immer spontan unterwegs und bereit, bei Widrigkeiten umzuschwenken.

Eine sehr schöne Erfahrung war die Übernachtung privat bei einem dänischen Ehepaar - in einer kompletten Ferienwohnung - mitten im Wald. Die wollten mir sogar für die Nacht ein Elektro-Öfchen ins Zimmer stellen, weil es gerade ja ziemlich abkühlt. Ich habe dann schmunzelnd abgewunken und mich für ihre Fürsorglichkeit bedankt. Wie ich erfuhr, war das der frühere Bauernhof des Vaters von Herrn Mikkelsen. Es gab seinerzeit 15 Kühe und 70 Schweine und nach Umbau & Renovierung eine schöne Ferienwohnung, praktisch-originell-gemütlich eingerichtet. Und: wenn ich Herzlichkeit erfahre, muss ich da irgendwann wieder hin - mit etwas mehr Zeit.

Das nächste Quartier war ein altehrwürdiger reetgedeckter Kro (=Gasthof), bei dem die Zeit stehen geblieben schien. Es funktionierte alles, aber manches gab es einfach nicht - wie zum Beispiel eine Espressomaschine. Hauptsache, leckeres Essen, funktionierendes WLAN und einen trockenen Platz für mein Rad.

Ein weiterer Höhepunkt war das Fahrradmuseum in Alestrup - im Hause des früheren Fahrrad-Fabrikanten P. Andersen. Hier finden sich auf drei Etagen gesammelte und gestiftete Räder, E-Bikes, Motorräder, die in Dänemark "Knallert" heißen, Beiwagen für Kinder, Nähmaschinen, Radios, Tonbänder, Telefone aus verschiedenen Zeiten. Und einen begeisterten Dänen, der mir in fließendem Englisch bereitwillig Auskunft gab - und natürlich die Schließungszeit vergessen hat. Mit folgender Entschuldigung:"Wissen Sie, eine Frau geht noch arbeiten, und ich mache das, was mir Spaß macht, also dieses Museum betreuen." Das ist schon wieder einer, den ich ins Herz geschlossen habe.

Dafür muss ich auch mal damit klar kommen, dass es hier in Dänemark regnet. Allerdings nie lange. Es dauert maximal eine Stunde, dann kommt die Sonne wieder raus und trocknet die nass gewordene Regenjacke. Gelegentlich gibt es sogar Bäume zu unterstellen, oft auch an ehemaligen Bahntrassen, die oft direkt zu manchen Städten (wie z.B. Viborg oder Aalborg) führen.

Auch sehr schön ist die Abwechslung von gemütlichen & gepflegten Alt-Städten mit ihren Marktplätzen und der Natur, wo mich Kuckucksrufe begleiten und wo der Blick über einen See, über weite Felder, oder über eine Weide mit Tieren schweifen kann. Dann in Aalborg spüre ich sofort die quirlige Stadt, in der man von allen möglichen Radfahrern überholt wird, aber die Ampelregelung ist so perfekt, dass ich mich dort sicher fühle. Wieder eine schöne Altstadt, aber auch oftmals Graffiti, die nichts mit Schmierereien zu tun haben, sondern echte Kunstwerke sind. Dann ein Park, in dem Musiker Bäumegepflanzt (=gesponsert) haben.

Dafür steht unter jedem Baum ein Lautsprecher, aus dem auf Knopfdruck ein bekanntes Lied des betreffendenMusikers ertönt. Auf der Suche nach etwas Essbarem gerate ich in ein Lokal, welches eine Mischung aus einem Saloon und einem Hardrock-Café zu sein scheint. Schon wieder eine Art Museum, mit Exponaten, die original aus USA stammen. Ach ja, und wo man schnörkellos lecker essen kann. Es war allerdings relativ leer, da auch die Dänen es vorziehen, bei unbeständigem Wetter zuhause zu bleiben.

Dann folgt ein relativ unspektakulärer Weg nach Hitshals, wo mich das Meer mit einer steifen Brise aus Nordwest empfängt. Kleines aber feines Zimmer mit Meerblick. Dann drei Radfahrer und ein Haufen Motorradfahrer gehen gemeinsam auf die Schnellfähre, die bei allem Komfort doch ziemlich schwankt. Norwegen, ich komme. Die Berge auch." 



© www.hospiz-velbert.de   Donnerstag, 11. Juni 2026 12:57 hospiz-jw
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